Wendi

30.06.2011

Ja Hallo, das ist ja schön von...

Maria

19.06.2011

Hallo Wendi! Du kennst uns...

Jens

25.11.2009

Hey Wendi, wie gehts? Ich hoffe...

Wendi

15.06.2009

Ja klar, gerne. Hamburg steht auf...

Angela

15.06.2009

... Hamburg hat eine zweite Chance...

Aktuelles:

Das Ausflugsziel Nummero Uno für die Bayern ist ja eigentlich der Gardasee, doch ich war noch nie...


Lange war es schon ausgemacht, heute hat es endlich zeitlich geklappt. Mein externer Zimmerkollege...


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Nordkapp: Der nördlichste Punkt Europas

14. Juni 2007

SK07 05 Finnmark
SK07 05 Nordkapp

Norwegisches Lappland

Kurz nach der norwegischen Grenze liegt die Stadt Kautokeino, die Kulturhauptstadt der Samen. Kautokeino ist flächenmäßig die größte samische Stadt, aber kaum mit unseren deutschen Städten vergleichbar. Die Vegetation ist äußerst geringwüchsig, so sieht man die bunten Häuser sehr gut, die locker in der kleinen Senke und auf den Hügeln herumstehen. Über allem thront eine kleine Kirche, die durch ihren Innenraum einiges hermacht. So eine bunte Kirche habe ich noch nie gesehen, paßt aber farblich gut zu den Häusern.

Statt die kürzere Strecke nach Nordwesten zu nehmen, entscheiden wir uns spontan für die etwas längere, aber vielleicht ruhigere Strecke nach Nordosten zur samischen Hauptstadt Karasjok. Hier wurde vor ein paar Jahren die lokalpolitische Vertretung der Samen, das Sametinget, eingerichtet. Der Holzbau erinnert fast an ein samisches Zelt.

In Karasjok machen wir erstmal den Supermarkt unsicher, bis wir uns doch zu einem käuflichen Mittagessen entscheiden. Ein Grillhaus sticht sofort ins Auge und wir wagen den Versuch. Das Essen ist qualitativ wirklich gut, aber doch sehr teuer (wie alles in Norwegen, was wir schmerzlich erfahren haben). Ich hat ein großes Steak und Leo ein Lapskaus mit Rentier. Mir hat das nicht geschmeckt.

Arktische Tundra

Je weiter nördlich wir kommen, desto karger wird die Landschaft. Zuerst wachsen noch Krüppelbirken und ein paar Büsche, aber das hört auch auf und man sieht nur noch niedriges Geflecht und Felsen. Den Zeitpunkt kann man beinahe gleichsetzen mit dem Erreichen der Küste. Immerhin ist hier bereits das Polarmeer, ich habe es nicht ausprobiert, wie kalt das Wasser ist.

Die Stadt Lakselv ist der südlichste Punkte eines riesigen Fjordes, der benahe genau von Norden nach Süden geht. Die Felsen am anderen Ufer sind schneebedeckt und es ist richtig frisch. An einem Parkplatz macht Leo einen kurzen Ausflug auf eine Schäreninsel, dort entstehen schöne Fotos.

Die Fjorde des Nordens sind immer breiter und weniger scharfkantig als im Süden Norwegens. Trotzdem erkennt man gut wo der Gletscher seine Spur hinterlassen hat.

Magerøya - Die Nordkappinsel

Da hat sich wohl mal einer geirrt. Früher dachte man, daß Nordkapp wäre auf dem Festland. Erst viel später stellte sich heraus, hoppla, das ist ja eine Insel. Magerøya wird heute durch einen bis auf 212m unter dem Meer führenden Straßentunnel mit dem Festland verbunden. Eine einfache Fahrt durch den Tunnel kostet für ein Auto (inkl. Fahrer) plus einen Beifahrer 192,- NOK. Der Tarif ist in etwa gleich mit einer Fährüberfahrt. Dazu muß man sagen, daß ich die ganze Zeit keine einzige Fähre gesehen habe, wahrscheinlich ist der Linienverkehr durch den Tunnelbau eingestellt worden.

Die erste Siedlung, die man erreicht ist Honningsvag, eine kleine Fischersiedlung, die wohl auch durch den Ölboom an Reichtum gewonnen hat. Allerdings ist die Landschaft so karg, daß man kaum von einem "netten Städtchen" sprechen kann. Wir beziehen eine Hütte im angrenzenden Campingplatz "Nordkapp Camping" für 500 NOK die Nacht (exkl. duschen, das kostet extra).

Nach einem kleinen Spaziergang in der Gegend mit Wasserfall und Stausee, der ein Trinkwasserspeicher ist, legen wir uns kurz schlafen. Die Dame an der Rezeption hat uns den Tipp gegeben, daß ein Kreuzfahrtschiff um 22:30 Uhr in Honningsvag anlegen wird und die Touristen zum Nordkapp gekarrt werden. Wir nehmen uns vor, vor denen oben zu sein (sind ja nur noch 30 km).

Das Nordkapp - 71° 10' 21"

Wir schrecken kurz nach 22:00 Uhr auf, hoppla, eigentlich wollten wir schon losgefahren sein. Macht nichts, schnell fertigmachen und ins Auto springen, damit wir vor dem Dauerwellenreisebus oben sind. Gesagt getan.

Die letzten 30 km auf Magerøya sind beeindruckend. Kaum noch Pflanzen, wenn dann ist es kriechendes Gewächs. Große Schneefelder und kleine Seen wechseln sich ab, und allgegenwärtig die am Himmel stehende Sonne, als wäre es am späten Nachmittag. Es ist mittlerweile fast 23:00 Uhr, als direkt vor uns ein Häuschen mit Schlagbaum steht, dahinter ein riesiger Parkplatz mit unzähligen Wohnmobilen und ein paar Bussen (vereinzelt auch Motorräder und Autos). Jetzt wollen die auch noch Eintritt von uns. Noch relativ verschlafen zahlen wir die geforderten 30,- EUR pro Person. Nachdem der Herr im Häuschen unsere verdutzten Gesichter sieht, muß er uns noch ausführlich erklären, daß die Eintrittskarte eigentlich 48 Stunden gilt und wir ja am nächsten Tag nochmal kommen könnten. Tja, Pech gehabt.

Es ist zwar viel los in den Nordkapphallen, aber wir haben trotzdem riesiges Glück. Das Wetter ist schön und es ist kein Nebel zu sehen. Der Nordkappglobus hebt sich malerisch vom leicht bewölktem Mittsommernachtshimmel am und einmal kommt sogar kurz die Sonne raus. Ansonsten machen die Wolken das Ganze sogar noch schöner. Die Fotos zeigen es!

Wir werfen am Nordkapp-Postamt unsere geschriebenen Ansichtskarten ein und machen den Souvenierladen unsicher, erstehen diversten Krimskram mit Nordkappaufdruck und Geschenke für die Daheimgebliebenen. Im Untergeschoß der Nordkapphallen besuchen wir noch ein kleines Museum und eine Bar, die uns dann aber doch zu dunkel ist.

Nach diesem langen Ausflug in die Katakomben und zum Geldausgeben ist es bereits knapp 1:00 Uhr morgens und die Sonne geht schonwieder auf -  sie ist ja nicht mal untergegangen. Der Wahnsinn ist aber, daß plötzlich keim Mensch mehr auf dem Nordkappplateau unterwegs ist, alle sind wohl schonwieder weggefahren oder schlafen schon. Jetzt gelingen super Fotos von der Mitternachtssonne und dem Globus ohne Menschen! Langsam machen wir uns auch auf den Rückweg.

Der bleibendste Eindruck ist, daß mich auf dem Rückweg um 1:30 Uhr morgens die Sonne blendet und ich keine Sonnenbrille dabei habe!!!

Zusammenfassung:

Startort Zielort Kilometerdistanz Gesamtkilometer
Palojärvi (Finnland) Nordkapp (Finnmark) 496 3853

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