Korsika - Ile de Beauté
3. bis 18. Juni 2010
Vier Jahre ist es schonwieder her, daß ich auf meiner Lieblingsinsel war. Eine viel zu lange Zeit meiner Meinung nach. Umso glücklicher war ich, daß mein Schnuggi mit mir das Wagnis Camping eingehen wollte. Für ihn das erste Mal überhaupt, für mich das erste Mal mit dem VW Bus auf Korsika.
Glücklicherweise muss ich in diesem Jahr einiges an Resturlaub abbauen und somit kann ich nach meinem Karibik-Trip nochmal zwei Wochen Urlaub einschieben. Jens erzähle ich ganz glücklich, wie toll es auf Korsika immer war und wie schön es ist, dort zu campen. Er lässt sich mitreißen, bis er den Bus zum ersten Mal zu Gesicht bekommt. Anschließend ist die Reaktion etwas verhalten.. Was? Mit dem Ding? Zwei Wochen? Der Rest ist Geschichte..
Somit einigen wir uns auf eine Zwischenlösung, eine Woche Ferienwohnung, eine Woche Camping. Die Ferienwohnung in der Nähe von Porto Vecchio wird gebucht und der Bus wird mit allem Notwendigen bepackt.
Anreise München - Lindau - Chur - Milano - Genova
Das Notwendige ist natürlich wieder mehr als man vorher denkt und es dauert auch länger es reinzupacken, als man geplant hat. Die Fahrräder wollen ja auch noch auf den Fahrradträger. Somit kommen wir erst gegen 15 Uhr wirklich los und fahren über Lindau am Bodensee, durch den Pfändertunnel mit der neuen Vignette, dann in die Schweiz und nach Chur über den San Bernardino. Der Bus macht sich gut, keine Probleme, keine Macken. Kurz vor der italienische Grenze bei Chiasso bin ich so müde, daß ich nicht mehr weiter fahren will. Wir übernachten, mehr oder weniger, auf dem Stellplatz neben der Autobahn. Um 4 Uhr morgens gehts weiter, weil wir nicht in den Stau rund um Mailand kommen wollen. Ich kann nur mit Oropax richtig schlafen, Jens macht kein Auge zu. Das war wohl kein guter Auftakt für den Nicht-Camper... ;)))
Um 9 Uhr geht die Fähre in Genua, wir peilen eine Ankunft um 7 Uhr an, und es klappt perfekt. Um Mailand kein Stau, die Strecke nach Genua vollkommen frei und den Appenien schaffen wir auch. Die Hafenzufahrt ist wie immer super erreichbar und wir stehen super schnell in der Wartezone. Keiner beschwert sich über die überhöhten Fahrräder, es stehen etwa 40 Autos da und warten. Es werden auch nicht mehr, damit ist die Fähre total leer!
Fährefahren ist für mich sowieso der Horror. Ich leide unter Seekrankheit und beame mich immer mit Reisetabletten weg. Damit kann ich mein Schlafdefizit auch ein bisschen reinholen. Pünktlich um 13:45 Uhr erreichen wir Bastia.
Endlich da!
Mein Bus steht glücklicherweise unten in der zweiten Reihe. Wir wollen sofort nach Süden, somit müssen wir möglichst schnell raus aus der Fähre und runter vom Hafengelände. Ich kenne die Strecke und weiß genau, daß ein gewisser Tunnel wenn überlastet sehr unangenehm werden kann. Also, gib ihm... Jens ist nicht so begeistert von meiner Fahrweise. Ich nehme den Kreisverkehr mit zu viel Schwung und rase mit dem vollbepackten Bus gen Süden. Wo ist das Problem?? ;))
Unsere erste Nach auf dem Campingplatz verbringen wir in Moriani Plage bei San Nicolao. Das ist noch relativ im Norden der Insel. Endlich können wir mal wieder schlafen.. Und der Platz ist sehr ruhig und direkt am Meer.
Am nächsten Morgen wir das Zeug wieder eingepackt, bezahlt und ab geht es nach Süden. Die Fahrt führt uns an der Ostküste entlang durch Aléria und weiter bis nach Porto Vecchio. Da kenn ich mich aus! Kurz nach dem Ortsende geht eine Abzweigung im Kreisverkehr nach links Richtung Santa Giulia. Im Bella Vista Resort (neben dem schönen Ausblick *g*) ist unsere Ferienwohnung. Die Fahrt über die gut ausgebaute Nebenstrecke, perfekt für korsische Verhältnisse, zerrt wieder an Jens' Nervenkostüm. Ich fahre ihm zu schnell in den unübersichtlichen Kurven. Ah ge...
Oben auf dem Hügel angekommen steht ein kleines Schild: "Bella Vista Resort Rezeption 500m" mit einem Pfeil in die Tiefe. Oje, die steile Straße trau ich mich erstmal auch nicht runterzufahren. Wir lassen den Bus stehen und gehen zu Fuß. Die Rezeption zu finden ist kein Problem, der nette Herr spricht gut Deutsch und ich gehe nach der Schlüsselübergabe den Bus holen, Jens geht schonmal vor und sucht das Häuschen, ich fahre den steilen Abhang hinunter. Aber kein Problem, das wird auch nicht das letzte Mal sein... ;)
Angekommen im Ferienhäuschen, 20qm klein, mit Terrasse und Katzen, packen wir aus, ich hänge die Hängematte auf und dann wird erstmal entspannt. Keine Nachbarn daneben, kaum was los. Der Urlaub beginnt!
Porto Vecchio
Jens fährt gerne mit dem Rad und macht sich mehrmals auf dem Weg nach Porto Vecchio, einmal hole ich ihn ab mit dem Bus. Ansonsten gehen wir öfter an denn Strand von Santa Giulia und sogar ins kalte Wasser. Für mich echt eine Überwindung.
Unsere Einkäufe erledigen wir im Géant Casino. Da ist der Name Programm! Ein riesiger Supermarkt, da gibt es einfach alles. Vor allem ein paar von meinen Lieblingssachen: Saussison sec, Cap Corse, Baguette. Außerdem meine Lieblingsgewürze und leckeren Tee. Die Liste wäre noch länger, aber das brauchts jetzt nicht. ;)
Als ich Jens auf dem Marktplatz in der Altstadt treffe, wandern wir ein bisschen durch die Stadt, genießen die Aussicht und kaufen Souveniers. Später setzen wir uns auf einen Pastis auf den Platz und genießen einfach die Zeit. Das ist so schön entspannt!!!
Rondinara
An einem Ausflugstag gen Süden von der Ferienwohnung aus besuchen wir den Strand von Rondinara, einer runden Bucht zwischen Santa Giulia und der Santa Manza. Die Fahrt über holprige Straßen ist wiedermal eine Herausforderung für uns und den Bus. Am Ende dürfen wir auch noch schlappe 3,50 EUR für den Parkplatz berappen.
Meine Eltern empfehlen mir, dass wir zur "Bahamabucht" durch das Gebüsch gehen sollen. Diese Bucht haben wir früher immer mit dem Boot angesteuert, ohne Boot ist es ein Marsch von etwa 20 Min durchs Gestrüpp. Die Empfehlung nur mit langen Hosen loszumarschieren schlagen wir einfach mal in den Wind. ;o)
Jens ist sich nicht so ganz im Klaren, was eine Macchiawanderung bedeutet, wird auch schnell eines Besseren belehrt. Es gibt nur enge Wege, teilweise durch sehr hohe Büsche. Man weicht aus, kriecht unten durch uns springt oben drüber. Dann darf man noch einen Abhang runterklettern (mit Badelatschen und Strandgepäck) und dann ist es an der schönen Bucht auch noch so schön windig, dass man nicht wirklich lange dort bleiben mag. Der Ausblick ist aber wirklich schön, auch wenn mein Herr den ganzen Weg lang motzt und meckert. Und den Sonnenschirm als Waffe gegen wilde Tiere nutzen will.... *hahaha*
Das ist ein Strandtag auf Korsika!
Bonifacio
Am ersten Abend machen wir uns gleich auf den Weg nach Bonifacio und mein Begleiter ist total begeistert. Das freut mich so, denn ich liebe diese Stadt auch und was kann schöner sein als wenn der Freund das auch so sieht. Wir haben einen wunderschönen Abend und laufen ein bisschen am Hafen entlang. Langsam reift der Entschluß, daß wir im Süden bleiben, auch nach der Zeit in der Ferienwohnung. Fast jeden Tag fahren wir nach Süden, auch in die Santa Manza.
Als wir in der Nähe den Campingplatz beziehen sind wir noch öfter dort als eh schon die ganzen Tage. Wir erkunden an einem Tag die Altstadt, dann machen wir eine Bootstour zu den Höhlen und dem schönen blauen Wasser. Außerdem geht es auch einmal zum Sandkorn, dem Wahrzeichen von Bonifacio, und zurück. Zwischendurch wird natürlich immer mal wieder eingekauft, Souveniers und natürlich auch praktische Dinge. Wir gehen auch öfter mal Essen auf der Hafenmeile. Einfach total schön!
Santa Manza
Die Santa Manza ist meine zweite Heimat. Viele Jahre war ich als Kind dort und die Familie Terrazzoni kenne ich seit ich denken kann. Daher ist es immerwieder schön sie zu besuchen und über die alten Zeiten zu plaudern.
Zuerst besuchen wir Paul im Restaurant am Ende der Straße. Das frühere "Les Tamaris" heißt jetzt "Resto de Santa Manza". Die Gründe wurden mir erklärt, es handelt sich wohl um steuerliche Problemgeschichten... ;o)
Paul sieht seit Jahren mal wieder richtig fit und relaxt aus. Er hatte einen ziemlich schlimmen Schicksalsschlag und war deswegen einige Jahre kaum unter den Lebenden. Jetzt hat er sich erfreulicherweise wieder gefangen und fängt neu an. Sogar das Restaurant ist neu gestrichen und hat einen neuen Küchenchef! Wir gehen dreimal zum Essen hin und es ist jedesmal super lecker!
Natürlich besuchen wir dann auch Tiziana und Joseph. Die beiden haben ein Haus, das nur über einen fast unbefahrbaren Macchiaweg zu erreichen ist. Jens ist langsam ziemlich abgehärtet was die Straßenlage auf Korsika angeht. Der Bus ist für diese Wege wie geschaffen. Tiziana nimmt sich ein wenig Zeit für uns und wir unterhalten uns sehr nett. Erstmal hat sie fast die gleiche, natürlich italienische, Espressomaschine wie ich. Das gehört sich auch so für eine Italienerin auf Korsika! Wir erfahren, daß sie in den Stadtrat von Bonifacio gewählt wurde und sich um Tourismusangelegenheiten kümmert. Immer gut zu wissen. Ich freue mich total, daß es meinen Terrazzonis so gut geht!!!
Camping
Nach der Woche Ferienhaus geht es nun auf den Campingplatz. Weil es uns im Süden so gut gefällt, bleiben wir einfach da und siedeln um auf den "Camping les Iles" am Golfu di Sperone. Der Campingplatz liegt unweit von Bonifacio auf dem Weg Richtung Pertusato. Ursprünglich habe ich vor von dort aus nach Bonifacio zu radeln, aber nach der Anfahrt mit dem Bus überlege ich es mir spontan anders. Doch etwas zu bergig.
Den Campingplatz kenne ich schon von meinem letzten Korsikaaufenthalt 2006 und möchte unbedingt einen bestimmten Platz wieder nehmen. Leider stellt sich heraus, dass Auto und Zelt doch andere Vorraussetzungen sind als VW-Bus und Vorzelt. Wir kreisen dreimal (mindestens) um den ganzen Platz bis Jens schon vollkommen am Ausflippen ist. Endlich entscheide ich mich (da sich ja immer der entscheidet, der am Steuer sitzt) für einen relativ großen ebenen offenen Platz unterhalb des Schwimmbads. Das ist auch eine gute Lösung, denn dort haben wir genug Platz das Vorzelt aufzubauen. Wir schaffen das sogar in einer guten Zeit und ohne uns dabei die Köpfe einzuschlagen, obwohl die Stimmung schon etwas am kochen ist. Zuerst die Diskussion wo die Hängematte aufgehängt wird, dann wohin das Vorzelt soll, wie wir den Bus ausrichten, etc. pp.
Wir bleiben dort 4 Nächte und lernen sehr nette Leute kennen. Erstmal ein älteres Münchner Pärchen in einem neueren VW-Bus (T4), dann Nürnberger, dann Münsteraner. Alle scharen sich um unsere roten Bus mit dem riesigen Vorzelt.
Vom Campingplatz aus machen wir einmal eine Tour an den Strand gegenüber der Insel Piana, gehen zum kleinen Strand von Sperone (der garnicht voll und das Wasser auch garnicht kalt ist) und noch eine Tour mit dem Radl rauf auf den Kreidefelsen mit Blick auf Bonifacio. Das reicht mir aber dann mit Bergaufradeln, find ich nicht so lustig. Ein Tag ist leider total verregnet und wir verbringen ihn im Bus bzw. Vorzelt. Glücklicherweise trocknet es soweit, dass wir es nicht naß für die Rückreise einpacken können.
Rückreise über Bastia - Genova - Milano - Chur - Lindau - München
Die netten Münchner mit dem anderen VW-Bus geben uns den guten Tipp doch am Tag vor der Fähre schon nach Bastia anzureisen. Auf dem Campingplatz "San Damiano" hinter dem Etang di Bigiulia würden wir sie auch wieder antreffen. Gesagt getan. Wir verabschieden uns am Vormittag nett und fahren um die Mittagszeit nach Einpacken des Vorzelts los in die Santa Manza. Wir wollen nochmal im Restaurant von Paul zu Mittag essen. Anschließend geht es nach Porto Vecchio zum letzten Wein- und Mitbringseleinkauf und dann direkt nach Bastia. Das schlechte Wetter holen wir dabei wieder ein.
Nach etwas längerer Sucherei finden wir auch den Campingplatz, der richtig voll ist. Wir finden auch unsere Münchner und hängen uns auch gleich an ihre Stromversorgung, da der Platz viel zu wenig Anschlußdosen hat. Das sollte man sich für die Zukunft merken. Wir verbringen noch einen entspannten Abend zusammen und verabschieden uns am nächsten Morgen nochmal.
Wir fahren zwar erst am späten Vormittag nach Bastia, sind trotzdem viel zu früh am Hafen. Eine gute Gelegenheit noch ein bisschen zu shoppen (Schuhe) und einen leckeren Kaffee zu trinken. Später stehen wir in erster Reihe zur Fahrt auf die Fähre.
Leider geht ein sehr schöner Urlaub so schnell rum, doch ich bin mir sicher, das war nicht das letzte Mal mit dem Bus auf Korsika. Jens ist so begeistert, dass wir schon für das nächste Jahr planen.















Wendi
Ja Hallo, das ist ja schön von...
Maria
Hallo Wendi! Du kennst uns...
Jens
Hey Wendi, wie gehts? Ich hoffe...
Wendi
Ja klar, gerne. Hamburg steht auf...
Angela
... Hamburg hat eine zweite Chance...