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Typisch Biely - ein Trip in die...

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Norditalien: Verona und Ravenna

20. bis 24. Mai 2009

Verona - Die Stadt mit der Arena

Arena di Verona

Unser Kulturausflug führt Sybille und mich erstmal in die schöne Stadt Verona. Der Fluß Adige, oder zu deutsch Etsch, fließt in einer S-Kurve durch die Stadt und umschießt den Kern der Altstadt. Wir bewohnen ein Hotel sehr zentral neben dem Castelvecchio. Das Einparken in der Nacht war noch sehr interessant, denn der letzte freie Stellplatz ist äußerst eng und nur mit offenem Cabriodach zu bewältigen. Dann produziere ich auch noch einen Kurzschluß im Zigarettenanzünder, den ich dann aber recht schnell mit Hilfe einer neuen Sicherung repariere. Die Herren aus Deutschland, die meine Reparatur aus dem Fenster im dritten Stock hängend beobachten, mussten keineswegs helfend einschreiten, das schafft die Wendi schon allein!

Vom Hotel aus ist alles zu Fuß zu erreichen und wir nutzen den Vatertag, also Christi Himmelfahrt, um mit Reiseführern bewaffnet die Stadt unsicher zu machen. Es hat über 30 Grad am Tag und strahlenden Sonnenschein.

Sybille hat drei Reiseführer im Gepäck und will Sightseeing und Kultur, ich habe eine Kreditkarte und will Klamotten und Schuhe. Wir können uns gut einigen und am Schluß ist für jeden was dabei. Der Dumont Kunstreiseführer hilft wirklich an jeder Straßenecke weiter, zum Glück werden mir dann doch einige ausuferne Ausführungen erspart, ich bekomme nur die spannenden Auszüge vorgelesen. Meist setzen wir uns in die Nähe eines interessanten Punktes in den Schatten und blättern in den Büchern.

Wir besuchen das Castelvecchio direkt nebenan, gehen über die Ponte Scaligeri ans andere Ufer. Wieder zurück zum Arco dei Gavi und weiter die Via Roma zur Piazza Brà, die direkt an die Arena anschließt. Letztere ist wirklich beeindruckend, vor allem da es sich ja in Wirklichkeit um eine Ruine handelt und sie in ihrer Blütezeit noch eine Fassade außenrum hatte, die mit rosafarbenem Marmor verkleidet war. In diesem Augenblick war mir klar, daß ich dort eine Oper hören möchte.

Durch die Einkaufsstraßen Via Mazzini und Via Cairoli geht es dann zum Piazza Erbe, hier befindet sich ein Markt. Wir stärken uns in einer Seitengasse mit Cappuccino und Saft und wandern weiter Richtung Teatro Romano auf der anderen Flußseite. Der Aufstieg lohnt sich, denn der Überblick über die Stadt ist wirklich grandios.

Auf dem Rückweg durch die Via Stella suchen wir nach dem einzigen Supermarkt in der Innenstadt von Verona, welcher natürlich Siesta macht. Damit müssen wir uns noch ein bisschen anderweitig beschäftigen und gehen auf die Suche nach dem Balkon der Julia, den wir irgendwie nicht finden. Langsam machen die Geschäfte wieder auf und dann kommt meine Leidenschaft nach Geld ausgeben zum Zuge. Nach einem ausgedehnten Shoppingbummel besuchen wie den Supermarkt und noch ein Fashionoutlet, bevor es wieder zurück zum Hotel geht.

Die Veronesen, besonders die Damen, machen sich am frühen Abend schon sehr schick, dem wollen wir nicht nachstehen. Wir machen uns auch schick und machen uns auf den Weg zu weiteren Sehenswürdigkeiten, landen dann aber ungeplant in einem kostenfreien Chorkonzert. In der Chiesa di S. Bernardino singt der Coro polifonico Marc' Antonio Ingegneri di Verona mit dem Orchestra "Accademia Dodekachordon" di Verona das Requiem von Mozart, K.V. 626. Ich bin hin und weg und wir hören uns das Konzert in einer total überfüllten Kirche an. Wirklich ein Erlebnis! Total glücklich geht der erste Sightseeingtag zu Ende.

Cervia - Adriafeeling pur

Adriastrand

Eigentlich sind wir ja auf dem Kulturtrip, aber in Ravenna ist einfach kein zentral gelegenes Hotel mehr frei, deshalb weichen wir auf Cervia direkt an der Adria aus. Wir quartieren uns im Hotel Lungomare ein, gegenüber der zahlreichen Sonnenschirme und Strandliegen umrahmt von Hütten und Zäunen, damit man auch ja nicht als Nichtbezahlender an den Strand kommt. Es ist Nebensaison und das ist auch gut so. Wir sind uns einig, daß ein Urlaub an der Adria in der Hochsaison definitiv niemals in Frage kommen würde. An jeder Ecke darf man für irgendwas bezahlen, das Essen ist zwar gut aber teuer und das Wasser ist sowas von dreckig, daß ich nur bis zu den Knien reingehe. Bäh! :o(

Nachdem das Navi ein bisschen Schwierigkeiten mit der Einbahnstraßenführung hatte und ich dann im Endeffekt rückwärts bis zum Hotelparkplatz gefahren bin, machen wir es uns in unserem 4er-Zimmer bequem. Super, so viel Platz zum Kollektionen ausbreiten hatten wir in der ersten Unterkunft nicht. Es ist gegen 16Uhr und wir versuchen an den Strand zu kommen, natürlich möglichst ohne Bezahlung. Erstens ist alles leer und zweitens wollen wir sowieso noch was essen. Wir entscheiden uns für eine der zahlreichen Strandbars und bestellen kräftig. Natürlich bekommen wir dann sogar die Strandliegen an den richtigen Platz geschoben, damit wir noch die letzten Sonnenstrahlen genießen können.

Am Abend brezeln wir uns wieder auf und gehen Richtung Cervia Porto, latschen alle Restaurants ab bis wir eins finden, daß einen kuscheligen Garten hat und günstige Preise für Muscheln. Sybille bestellt das Menü, ohne darauf gefaßt zu sein, daß die Vorspeise aus einem Haufen winzigkleiner Muscheln besteht, die komplett ausgepuhlt werden müssen. Streß pur. Ich lache noch, da ich als Vorspeise Miesmuscheln in Weißweinsoße habe, allerdings danach "Spaghetti Vongole", die eine ähnliche Anzahl an winzigen Muscheln enthalten. ;o)

Ravenna - Die weströmische Hauptstadt

Mosaik

Brütende Hitze liegt über dem adriatischen Hinterland als wir mit dem - natürlich offenen - Cabrio und Franzl - dem Navi - gen Ravenna aufbrechen. Franzl schlägt uns einen Parkplatz direkt im Zentrum an der Piazza Kennedy vor und wir werden auch fündig. Total zentral aber volle Sonne, was eine heiße Heimfahrt verspricht. Wir bleiben trotzdem dort und ziehen zu Fuß los.

Ravenna ist definitiv nicht so schön wie Verona, lt. Reiseführer hat es zwar seinen Charme trotz großer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bewahrt, aber erstmal sehen wir kaum was davon. Und die erste interessante Kirche kostet unglaubliche 8,50 EUR Eintritt. Nö, so nicht...

Wir suchen weiter und finden Dantes Grab, wird uns aber aufgrund der allgegenwärtigen Siesta vor der Nase zugemacht. Dafür liest Sybille aus irgendeinem Reiseführer die ziemlich spannende Geschichte der Opens external link in new windowGalla Placidia, die für ihren Sohn Regentin des weströmischen Reiches war. In Ravenna, der Hauptstadt des selbigen, ist sie allgegenwärtig. Wir entscheiden uns, das Mausoleum der Galla Placidia nach dem Mittagessen zu besuchen.

Nach einem günstigen Mittagessen in einem italienischen Schnellimbiß und einem unglaublich guten Eis gehen wir zur Basilica San Vitale. Dort checken sie auch, daß man für 10,50 EUR vier Kirchen besuchen kann, u.a. die erste Kirche, die wir nicht anschauen wollten. Somit sehen wir die Mosaiken in San Vitale (die schönsten, unglaublich beeindruckend), im Mausoleo di Galla Placidia, in der Basilica di San Apollinare Nuovo und im Battistero Neoniano.

Im Zentrum finden sich dann doch noch ein paar schöne Plätze und auch ein paar nette Geschäfte. Wir latschen noch in einen Schuhladen und kaufen uns durch. Auf dem Rückweg freuen wir uns über den schönen Tag.

Kommentare:

3 Kommentare
#2 Sybille schrieb am 05. Jun 2009 answer

Hallo Martina! Hast Du sehr gut beschrieben, unseren dekadenten Kurztrip! Ich sehe bisserl kraß aus. Auch die Details stimmen sehr genau. Hast gut aufgepaßt bei meinen Führungen...

#3 Angela schrieb am 15. Jun 2009 answer

Typisch Biely - ein Trip in die Kultur! Cool

#1 Kay schrieb am 05. Jun 2009 answer

*neidisch bin*