Arena di Verona
27. bis 31. Juli 2009
Das Wochenende Christi Himmelfahrt war ich zum ersten Mal in meinem Leben in Verona und dieser Ausflug war prägend. Die Stadt ist einfach wunderschön und die Arena di Verona ist so beeindruckend, daß ich unbedingt eine Oper dort hören wollte. Ach, wer gibt sich denn schon mit einer Oper zufrieden, drei sollen es sein!
Nach einigem Hin und Her mit der passenden Begleitung fahre ich dann effektiv mit Isi ins Hotel San Luca direkt in der City von Verona, unweit der Piazza Brà. Die Arena sozusagen vor der Haustür. Diesmal ist das Gefährt wieder der
treue Mazda, denn zum Rumstehen braucht man kein Cabrio und die Klimaanlage hat doch ihre Vorteile, wenn die
standesgemäße Limousine schon nicht zur Verfügung steht. ;o)
Da ich keinen weiteren Ausweis als den Reisepaß habe und der in der russischen Botschaft liegt, muß ich ihn mir erstmal abholen. Somit fahren wir erst um die Mittagszeit los. Die Fahrt geht wieder ohne Wegelagererautobahnpickerl über Garmisch, Zirler Berg, Innsbruck rauf auf den alten Brenner. Franzl, das Navi, musste diesmal noch nicht mal eingeschaltet werden, ich kenne mittlerweile den Weg! Ab Sterzing wird Autobahn gefahren bis Verona Nord. Wir finden das Hotel doch recht zügig, nur einmal verfahren mit Navi, und einen Parkplatz vor dem Haus finden wir auch gleich. Beim Check-In fragt mich der nette Herr am Tresen, ob ich einen Tiefgaragenstellplatz für 22,- € pro Tag haben will. Mir fällt die Kinnlade runter! Bisschen teuer... Wir überlegen und schauen mal zum Arenaparkhaus gegenüber, da kostet der Tag 14,- € und ich entschließe mich, daß Auto am nächsten Morgen dort reinzustellen.
Nach kurzem Ausruhen im klimatisierten Zimmer erkunden wir noch die Gegend und suchen uns was zum Abendessen. Das Hotel ist wirklich gleich um die Ecke der Arena und ein Supermarkt ist direkt daneben. Sehr vorteilhaft! Wir kaufen Wein und Süßigkeiten für die Abende in der Oper.
Sightseeing und Shopping
Ich quäle mich am Morgen um 8:00 Uhr aus den Federn, um das Auto umzuparken ins Parkhaus. Im Halbtrauma schaue ich etwas länger auf das Schild am Straßenrand: "Parken für 2,- € pro Stunde von 8-20uhr". Ich rechne ein bisschen rum und komme auf 12,- € für den Tag, es steht ja nicht da, daß man nicht den ganzen Tag stehen bleiben darf. Jetzt steht mein Auto so schön vor der Tür, warum nicht einfach mal nachfragen, ob und wo man einen Parkschein ziehen kann.
Daraufhin gibt mit der Typ vom Hotel den Tipp, mich im Kiosk um die Ecke zu erkundigen. Mit Englisch schlage ich mich durch und frage, ob ich einen Parkschein für den ganzen Tag kaufen kann. Fängt der Herr hinterm Tresen an, Zettel abzureissen: groß, rosa. Ich sage, daß ich den Parkschein ja nur für einen Tag erstmal kaufen will, er reißt weiter ab und sagt si si! Dann drückt er mir gegen 12,-€ einen Packen rosa Zettel in die Hand. Das sind die Parkscheine, gültig jeweils eine Stunde und man muß Jahr, Monat, Tag, Stunde, Minute freirubbeln, aber sie sind gültig. OK, dann rubbel ich mal für den ersten Tag... ;o)
Den restlichen Tag vor der ersten Abendveranstaltung in der Arena verbringen wir mit Sightseeing rund um die Innenstadt. Außerdem machen wir auch die Shoppingmeilen unsicher. Aber nur gucken, nix anfassen bzw. kaufen. Erstmal die Lage sondieren.
Die erste Sightseeingrunde geht über das Castelvecchio ein bisschen nach Norden den Adige entlang und auf der anderen Seite wieder zurück. Wir besichtigen die Kirche S. Bernardino, in der ich bei meinem letzten Veronaaufenthalt das Glück hatte, das Requiem von Mozart zu hören. Aufgrund unserer kirchenunpassenden Kleidung werden wir ziemlich schnell vertrieben. ;o)
Etwas später landen wir noch im Haus der Giulia, hier vertreten sich einige Reisegruppen die Beine. Im Lädchen nebenan finde ich eine schöne Schürze, die ich für Eni als Geburtstagsgeschenk besticken lasse. Ein optimales Geschenk.
Erste Oper: AIDA
Wir lassen den Nachmittag noch bei einem Cappuccino auf der Piazza Brà ausklingen und gehen dann wieder zurück ins Hotel um uns kurz frisch zu machen, alles für den ersten Opernabend zusammenzupacken und noch ein bisschen zu verschnaufen.
Um 19:30 Uhr machen wir uns auf den kurzen Weg zur Arena und platzieren uns günstig im hinteren mittleren Bereich. Eine tolle Aussicht auf die Bühne erwartet uns, genauso wie die Eis-, Getränke- und Libretti-Verkäufer, die reihenweise brüllend an uns vorbeiziehen. Aber wir haben alles dabei, nur ein Libretto und eine CD kaufe ich, als Information und zum Andenken. Die Arena ist ziemlich aufgeheizt, die Sitzunterlage, die wir dabei haben, reicht kaum aus, der Hintern wird gut angewärmt von den Steinstufen. Unter Tags brennt die Sonne stundenlang direkt drauf, und das bei 34 Grad im Schatten!
Die Oper
AIDA ist garnicht so gut besucht. Im unteren (teuren) Teil bleiben viele Sitzplätze leer. Kein Wunder, spektakulär ist was anderes und die Akte 3 und 4 sind totlangweilig. Früher gab es wohl echte Elefanten auf der Bühne, jetzt waren es nur Pferde. Auch schön, hilft aber nicht darüber hinweg, daß die Sänger eher zweitklassig waren und kaum die riesige Arena mit ausfüllen konnten. Viele Besucher, die v.a. aus Deutschland und Amerika zu kommen scheinen, gehen bereits nach dem 3. Akt. Wir halten natürlich bis zum Schluß durch, gegen 1:15 Uhr können wir auch die Arena hinter uns lassen. Ein langer Abend, leider etwas enttäuschend.
Zweite Oper: TURANDOT
Am dritten Tag ist es wie jeden Morgen, ich gehe erstmal Parkscheine kaufen und rubble für den Tag. Anschließend genießen wir das relativ gute Frühstück, für italienische Verhältnisse und machen uns wieder auf den Weg in die City. Diesmal wandern wir zum Hügel und schauen uns die Stadt von oben an. Auf dem Rückweg geht es noch zum Duomo und wir essen wieder spät am Nachmittag auf der Piazza Brà. Die Vorbreitung für den Abend und eine Ruhestunde verläuft wie jeden Tag.
Ich habe mich wieder überhaupt nicht vorbereitet auf diese Reise, deshalb ist es mir auch nicht bewußt gewesen, daß das derzeit sehr berühmte Tenorsolo "Nessun dorma", welches Paul Potts zu ungeahnter Berühmtheit in einer britischen Castingsendung verhalt, Teil der Oper Turandot ist. Wahrscheinlich nicht nur deswegen war die Arena ziemlich gut besucht an diesem Abend, vor allem von Einheimischen. Wir haben Glück und finden einen super Platz mitten unter Italienern, die eine super Stimmung verbreiten. Es sind einige gute Sänger im Publikum und erfreuen uns mit einem Arienkampf, der von frenetischem Jubel der anderen Zuschauer gefeiert wird. Wir sind begeistert!
Diese Oper ist zwar die kürzeste unserer drei Opern, aber meiner Meinung nach die Beste. Die Geschichte ist kurzweilig, lustig und spannend, die Akteure auf der Bühne sehr gut und die Stimmung in der Arena glänzend. Sehr zu empfehlen! Außerdem sind wir um kurz nach Mitternacht auf dem Heimweg ins Hotel.
Dritte Oper: CARMEN
Den letzten Tag vor der Heimfahrt nutzen wir, nach der obligatorischen Parkscheinrubbelei, für ausgiebiges Shopping. Diesmal wird auch wirklich Geld ausgegeben, da wir die Tage vorher nur sondiert haben. Für mich ist es noch ein paar Schuhe, dann einige günstige Oberteile und Kleidchen. Außerdem laufen wir noch durch den letzten Rest der Stadt, den wir noch nicht gesehen haben.
Am letzten Abend machen wir es wieder wie immer, nehmen unser Essen und literweise Getränke mit, breiten die Picknickdecke aus und machen es uns bequem. Doch diesmal wird um uns rum gemeckert was das Zeug hält. Wir würden uns zu sehr ausbreiten, für wieviele Leute wir denn Platz besetzen würden. Man merkt, es sind wieder viele Deutsche anwesend, diesmal auch eine Menge Franzosen. Die Abende waren derart unterschiedlich vom Publikum her, das verwundert doch stark. Ich habe den Einwand weggewischt, immerhin sind wir bereits 2 Stunden vor Beginn der Oper da, wenn die anderen Leute zu spät kommen, selber schuld, oder?
Carmen ist auch eine schöne Oper, ich finde sie aber für diese große Bühne etwas zu filigran. Die Solisten waren TOP und es war sehr schön, daß oft im Tutti gesungen wurde, was die Oper natürlich hergibt. Das ist mitreißend und dann doch wieder passend für die riesige Arena. Ich kann mir vorstellen, daß es äußerst anstrengend ist, diese Anlage mit Gesang zu füllen. Es wird ja nichts künstlich verstärkt. Gesungen wurde auf Französisch und man hat sogar was verstanden, wenn man die Sprache spricht. Die letzte Oper geht wieder bis nach 1uhr nachts.
Mein Fazit
Die fünf Tage in Verona haben sich wirklich gelohnt. Sollte ich wiedermal einen Anfall haben und mehr als eine Oper in der Arena sehen will, dann plane ich zumindest einen Tag Pause dazwischen ein. Es ist doch anstrengend, v.a. weil man die Hitze nicht so gewöhnt ist und bis Nachts auf den heißen Steinstufen schwitzt. Außerdem werde ich am Gardasee übernachten, denn jetzt weiß ich ja, wie das mit den Parkscheinen in Verona funktioniert... ;o)











Jens
Hey Wendi, wie gehts? Ich hoffe...
Wendi
Ja klar, gerne. Hamburg steht auf...
Angela
... Hamburg hat eine zweite Chance...
Angela
Typisch Biely - ein Trip in die...
Sybille
Hallo Martina! Hast Du sehr gut...